Die Lumbalpunktion zählt zu den häufigsten diagnostischen Eingriffen in der Neurologie und Neurochirurgie. Die Hauptkomplikation der Lumbalpunktion ist der postpunktionelle Kopfschmerz, dessen Ursache diskutiert wird (siehe Anlage 1). Die Häufigkeit wird zwischen 10 bis 25 % angegeben. Die Beschwerden bessern sich bei 70 % der Patienten nach 1 Woche und bei 97 % nach 6 Wochen. Der postpunktionelle Kopfschmerz sollte nicht als Komplikation, sondern eher als unangenehme Begleiterscheinung bezeichnet werden. Sie bereitet dem Betroffenen zwar Beschwerden, ist aber nicht dauerhaft gefährlich.

Bei dem Multifunktionskatheter müssen allerdings die Komplikationen der Lumbalpunktion nur mit Einschränkungen berücksichtigt werden, da unter Lumbalpunktion die Punktion des Subduralraumes bezeichnet wird, während dieser Multifunktionskatheter im Epiduralraum liegt. Die Häufigkeit des postpunktionellen Kopfschmerzes tritt somit nur dann auf, wenn die Führungskanüle versehentlich in den subduralen Raum gerutscht ist, dies erkennt man am Liquorfluß. Bei einer regelrechten Applikation dürfte dies nur selten der Fall sein.

Eine Komplikation der Lumbalpunktion wie Hirnstammeinklemmung ist sehr gefährlich, sie tritt hauptsächlich bei Lumbalpunktionen zur Diagnostik auf. Hier müssen die gleichen Einschränkungen wie beim postpunktionellen Kopfschmerz genannt werden. Die regelrechte Einführung führt nur in den seltensten Fällen zu einer Lumbalpunktion und somit in noch selteneren Fällen zu dieser Komplikation.
Wichtiger erscheint im Zusammenhang mit der Platzierung der Führungskanüle im Epiduralraum die Gefahr von Blutungen durch Verletzung vom venösen periduralen Venenplexus. Hier spricht die Statistik von ca. 20 %. Allerdings sind lokale Hämatome selten.

Diese Gefahr läßt sich reduzieren, wenn der Gerinnungsstatus des Patienten vorher bestimmt wird und auf gerinnungshemmende Medikamente vor und nach der Punktion verzichtet wird. Das Risiko bleibender Schäden durch Nervenverletzung und Blutung wird auf 1 zu 11.000 geschätzt. Theoretisch sind weiterhin Verletzungen des hinteren Längsbandes mit der Entwicklung eines Bandscheibenprolaps sowie einer aseptisch oder aseptischen Bandscheibenentzündung (Discitis) möglich.

Zu den seltenen Komplikationen sind persistierende Liquorfisteln bei Verletzung der Dura oder die Erzeugung von interspinalen Epidermoiden durch eingebrachtes Hautmaterial bei Verwendung von Kanülen ohne Stilett zu zählen. Verletzungen von Dura und Nervenwurzeln sind ebenfalls nicht auszuschließen aber bei vorsichtigem Vorgehen äußerst selten. Die Infektion des subkutanen Bereiches oder des Wirbelkanals ist selten und deren Häufigkeit wird unter 1 % angegeben. Ein steriles Vorgehen ist selbstverständlich und unerlässlich. Bei bestehenden Infekten oder Sepsis ist die Anwendung des Multifunktionskatheters kontraindiziert

Katheter sind selbstverständlich infektgefährdeter und die Infekthäufigkeit wächst mit der Liegezeit des Katheters. In der Anlage 1, Seite 30, können die Komplikationen der Lumbalpunktion tabellarisch entnommen werden. Nochmals muß betont werden, daß hier die komplette Lumbalpunktion, das heißt die Punktion des Subduralraumes gemeint ist. Da der Katheter epidural liegt ist diese Punktion an sich schon eine Komplikation, welche in noch selteneren Fällen die Komplikation der Lumbalpunktion hervorrufen kann.

In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, daß im Bereich der Stufendiagnostik multiple Punktionen durchgeführt werden und sich somit die Komplikationen addieren. Der Multifunktionskatheter soll aber gerade diese häufigen Punktionen reduzieren. Er soll mehrere diagnostische und therapeutische Maßnahmen in einem Arbeitsgang zusammenfassen. Damit wird die Komplikationshäufigkeit eindeutig verringert.

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